ELENA - Herzlich Willkommen im Überwachungsstaat

[Update: 'ELENA-Insider' hat sich die Zeit genommen mich auf  einige Fehler hinzuweisen. Den vollständigen Kommentar von 'ELENA-Insider' findet Ihr unten. Die Korrekturen mache ich direkt im Artikel. Den Rest der Spezifikation werde ich mir vermutlich am Wochenende mal anschauen.]

Kennen Sie ELENA?

ELENA bedeutet im Wesentlichen, daß Ihr Arbeitgeber Daten über Ihr Arbeitsverhältnis in elektronischer Form an den Staat liefert. Viele Daten. Jeden Monat. Alle Arbeitgeber. Seit 01.01.2010. Gesetz!

Aber welche Daten werden denn geliefert? Na zum Beispiel Ihr Gehalt.

Die genaue Formulierung auf der ELENA-Homepage lautet:
“[...]
Die Zentrale Speicherstelle erhebt alle Daten, die für spätere Abrufe nötig sind. Ihre Aufgabe ist es,

  • nichts zu erheben, was nicht benötigt wird, und
  • sicherzustellen, dass nur das weitergegeben wird, was der Teilnehmer für einen entsprechenden Antrag benötigt

[...]”

So genau ist das also spezifiziert. Aaaaaber: Wo Daten ausgetauscht werden, muss natürlich eine Spezifikation vorhanden sein, wie und in welcher Form die Daten zu übermitteln sind.

Nämlich: “Gemeinsame Grundsätze – Datensatzbeschreibung – Version 1.2″ und zwar in Anlage 8 “Datensätze und Datenbausteine im ELENA-Verfahren“.

Mit welch aussergwöhnlicher Sorgfalt der Staat mit den privaten Daten seiner Bürger umgeht, zeigt sich an diversen Stellen des Dokuments, einige davon werde ich spaßeshalber kurz beschreiben:

1.) Allgemein
Das Dateiformat arbeitet mit Codes, für die eine gewisse Anzahl Zeichen vorgesehen ist. Beispiel: An 270ster Stelle ist ein Zeichen reserviert. Die Bedeutung des Feldes ist ‘Geschlecht’ und dort kann entweder ein M (männlich) oder ein W (weiblich) gesetzt werden. Das hört sich prinzipiell ganz vernüntig an, aber hier kommt ein Gegenbeispiel aus der selben Definition: Zeichen Nummer 63 hat die Bedeutung ‘Fehleranzahl’… ein Zeichen, numerisch. Per Spezifikation können demnach maximal 9 Fehler erfasst werden (auch wenn 57 Fehler aufgetaucht sind), weil einfach nicht mehr Platz vorgesehen ist. Denn 10 Fehler bräuchten ja bereit zwei Zeichen… Zu welchem Zwecj die Anzahl der Fehler gespeichert wird, ist nicht näher beschrieben… aber egal.

2.) Datumsformat

Die Zeichen 040-047 (also 8 Zeichen) sind reserviert für das Erstellungsdatum der Datei.

Problem: Datumsformat: jhjjmmtt
Beschreibung:  von rechts nach links gelesen: tt steht für Tag, mm für Monat, und jhjj ? Das müsste natürlich heissen jjjj und steht für die vierstellige Jahreszahl.
Ursache: Tippfehler, geschludert, keine Review des Dokumentes

Korrektur: jhjj ist tatsächlich eine übliche Formatangabe. ‘jh’ steht dabei für Jahrhundert. Auch wenn man danach googelt, findet man einige Referenzen. Andererseits wird diese Art des Formatierungshinweises z. B. in  DIN5008 nicht verwendet.

3.) Anrede

Die Zeichen 270-270 (also 1 Zeichen) sind reserviert für die Anrede.
Etwas kurz für eine Anrede, werden Sie jetzt denken… eben.

Problem: ‘Geschlecht’ als ‘Anrede’ bezeichnet
Beschreibung: Die Feldbeschreibung klärt uns auf, daß in das Feld ‘Anrede’ entweder ein ‘M’ oder ein ‘W’ enthalten muß.
(M)ännlich und (W)eiblich beschreiben natürlich das Geschlecht einer Person, und keine Anrede.

Ursache: Möglicherweise hat der Verfasser der Spezifikation Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache, oder mit der inhaltlichen Bedeutung deutscher Begriffe.

4.) Rufnummer

301-320: TELEFONANSPRECHPARTNER oder kurz TELAP (kein Witz)

Problem: Format wie in DIN 5008, aber…
Beschreibung: Die Anweisung für das Rufnummernformat lautet (verkürzt): “[...] wie in DIN5008 geregelt, allerdings sollte Die länderbezogene Zusatznummer sollte durch das Zeichen + vor der Landesvorwahl dargestellt werden (z.B. statt 0049 besser +49). ”

Tja, steht auch so in der DIN5008.

Ursache: vermutlich DIN5008 nicht gelesen, oder einfach geraten, oder Gedächtnisschwierigkeiten.

5.) unvollständig

Ich würde ja ein solches Dokument fertigstellen, bevor ich es veröffentliche…

z.B. Zeichen 128-147: AKTENZEICHEN-KK (AZKK)

Problem: Die Bemerkung lautet “entfällt hier; Grundstellung liefern!”
Beschreibung: Der Begriff “Grundstellung” meint eigentlich Defaultwert… Hier ist noch was zu tun Leute, das ist ein ToDo.
Ursache: pfff, naja, das Dokument ist halt nicht fertig… geschludert, oder es ist diesen Vögeln einfach egal. Hauptsache seit 01.01.2010 ist das Gesetz.

Korrektur: Hier habe ich falsch gedeutet. Die Bedeutung ist nicht ‘Hier fehlt noch was in der Spezifikation’.
Die Bedeutung wird wie folgr erklärt: “wir haben freundlicherweise die bestehenden Datensätze übernommen und diese 2 Felder benötigen wir nicht”.

… so, jetzt bin ich auf Seite 7 von 41 und habe keine Lust mehr. Und das sind _nur_ technische Fehler/Unzulänglichkeiten.

Wenn darüber nachdenke, daß die Daten an zentraler Stelle gepeichert sind, und dadurch systematisch leicht angreifbar sind, kommt mir eh das Kotzen.

Glaubt Ihr, daß die selben Typen, die diese Spezifikation geschrieben haben, in der Lage sind die erfassten Daten auch zu schützen?

Wir können ja kurz gemeinsam überschlagen, welchen Wert gut gepflegte Adressdaten haben, angereichert mit Gehalt, Betriebsratszugehörigkeit, Kündigungsgrund, Fehlzeiten, Streikbeteiligung etc… Sagen wir 50 € pro Personendatensatz? Multipliziert mit 40 Millionen Arbeitgebern.

Na wer hats raus?

ELENA Homepage: http://www.das-elena-verfahren.de/

Im Übrigen gibt es die nächsten zwei Jahre auch keine Selbstauskunft, weil das brauchts halt nicht… Gesetz hin oder her…

Wers lieber als Video hat -> Elena bei ARD Monitor

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“Brave New World” – digital passport in Germany

a Demo of the new German digital passport (“elektronischer Personalausweis ePA”).

Funny thing about this is, that the Bundesdruckerei (“Government Printing Office”) contracted Samsung(!) to produce the digital passports and the readers. If you want to make sure, that only authorized people scan your new passport, you can get one of these “protection covers“.

German video:
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English version:
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You better protect your privacy.

[via Fefe]

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Man kann Rasen auch einfach grün anmalen

Soll drei Monate halten, großer Vorteil: spart Wasser. Jaja, die Amis…

Nein, das ist leider nicht frei erfunden: http://www.gowingreen.com/cms2/grass-painting.html

[via FeFe]

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Polizeigewalt jetzt auch wieder in D

Die müssen mittlerweile wohl jeden bei der Polizei nehmen…
Lustig, daß die Bürger mittlerweile besseres Video-/Fotoequipment als die Polizeit haben.

mehr auf Fefe’s Blog

via nerdcore

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Evolving Robots Learn To Lie To Each Other

Robots re-program themselves to lie to other robots… read the full article at PopSci

PopSci [via Nerdcore]

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Tagesschau verschoben…

wegen der Liveübertragung der Michael Jackson Trauerfeier… das ist mindestens bemerkenswert.

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Nabaztag

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Nabaztag

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